Sexuelle Nötigung / Vergewaltigung / Sexueller Übergriff

0152 535 29213

Soforthilfe

Sie wurden verhaftet? Ihre Wohnung oder Ihr Büro wird durchsucht? Sie benötigen sofort Hilfe von einem Straf­verteidiger in München? Wir sind rund um die Uhr für Sie erreichbar und unterstützen Sie bei Bedarf im Raum München zeitnah vor Ort.

Unser Erster Rat

Wenn Ihnen, einem Angehörigen oder Freund eine Straftat zur Last gelegt wird, eine Verhaftung droht bzw. es schon zu einer Verhaftung gekommen ist, ist verlässlicher Rat vom Anwalt wichtig.

In dieser Situation geben wir Ihnen rechtliche Sicherheit: Wir erklären Ihnen die Rechtslage oder klären, welche rechtlichen Schritte jetzt auf Sie oder Ihre(n) Angehörige(n) zukommen.

Sexuelle Nötigung

Wegen sexueller Nötigung macht sich gemäß § 177 Abs. 1 StGB strafbar, wer einen anderen Menschen gegen seinen Willen zu einer sexuellen Handlung nötigt. Mit Änderung des § 177 Abs. 1 StGB wurde die "Nein-heißt-Nein"-Lösung normiert. Das bedeutet, das vermeintliche Opfer soll jederzeit seinen Willen ändern können, unabhängig von einer zuvor erteilten Zustimmung, von der Beziehung der Beteiligten oder etwaigen Abreden oder Gegenleistungen.

Entgegen der alten Rechtslage ist nunmehr die Anwendung von Gewalt oder Drohung nicht mehr für die Verwirklichung des § 177 Abs. 1 StGB notwendig. Vielmehr genügt der erkennbar entgegenstehende Wille.

Erfolgt die Nötigung mittels Gewalt, Drohung oder unter Ausnutzung einer schutzlosen Lage, so erhöht sich gemäß § 177 Abs. 5 StGB der Strafrahmen und die sexuelle Nötigung wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.

  • Entgegenstehener Wille

Welche Anforderungen an den entgegestehenden Willen zu stellen sind, ist bislang noch nicht abschließend geregelt. Sowohl Rechtsprechung als auch Literatur beschäftigt die Thematik vielfältig.

Voraussetzung ist zum einen, dass der Wille des Opfers der Handlung des Täters entgegensteht. Ob der entgegenstehende Wille erkennbar ist, wird nach Maßstab eines objektiven Dritten beurteilt. Es kommt also nicht auf die Erkennbarkeit für den Täter an. Der entegegenstehende Willen kann sich verbal äußern oder durch schlüssiges Verhalten, beispielsweise durch Weinen oder die Abwehr der sexuellen Handlung

Gewalt

Bei einer Nötigung unter Anwendung von Gewalt, erhöht sich die Strafe erheblich.Gewalt muss vom Täter zur Überwindung von geleistetem Widerstand oder erwartetem Widerstand eingesetzt werden. Ob sich das Opfer gegen die Gewaltanwendung wehrt, ist unerheblich. Es bedarf jedenfalls einer gewissen Kraftentfaltung, die das Opfer auch als körperlichen Zwang empfinden muss. Als Gewalt im Sinne des § 177 Abs. 5 StGB wird es bereits angesehen, jemanden an der Hand zu packen, ihn auf ein Bett zu stoßen oder auch, sich auf eine andere Person zu legen. Rein seelischer Zwang ist keine Gewalt im Sinne des § 177 Abs. 5 StGB. Auch Gewalt gegen Sachen (Zertrümmern von Gegenständen, um „Druck“ auszuüben) genügt nicht.

Der Täter muss mit der Gewaltanwendung allerdings nicht unmittelbar den Sexualkontakt erzwingen wollen. Es sind auch solche Situationen erfasst, in denen das Opfer noch unter dem Eindruck einer vorangegangenen Gewaltanwendung des Täters steht.

Nicht zuletzt wird auch das heimliche Verabreichen von Mitteln unter Umständen als Gewalt eingeordnet, wenn es dazu dient, den Willen des Opfers zu beeinträchtigen.

Drohung

Auch wenn keine Gewalt angewendet wird, kann der qualifizierte Tatbestand der sexuellen Nötigung gemäß § 177 Abs. 5 StGB erfüllt sein. Voraussetzung ist dann, dass es zu einer Drohung gekommen ist. Das ist der Fall, wenn ein künftiges Übel in Aussicht gestellt wird. Die Drohung kann verbal geschehen, aber auch durch konkludentes Verhalten, also beispielsweise durch Gesten („Kopf mit der Hand abschneiden“). Ob dieses „Übel“ tatsächlich eintreten wird oder kann, ist unerheblich: ausreichend ist, dass das Opfer die Drohung ernst nimmt und deshalb ein bestimmtes Verhalten an den Tag legt oder duldet.

Die Drohung muss sich auf eine Gefahr für Leib und Leben des Opfers beziehen. Davon ist allerdings nur auszugehen, wenn der angedrohte Angriff gegen die körperliche Unversehrtheit eine gewisse Schwere aufweist. Die Drohung, das Opfer zu vergewaltigen, falls es sich wehrt, stellt beispielsweise eine solche Drohung dar.

Ausnutzen einer schutzlosen Lage

Eine Nötigung kann auch dadurch verwirlicht werden, dass der Täter das Opfer zu einer sexuellen Handlung nötigt und dabei eine schutzlose Lage des Opfers ausnutzt. Diese schutzlose Lage muss nicht unbedingt vom Täter selbst verursacht worden sein. Es genügt bereits, wenn eine bestehende schutzlose Lage ausgenutzt wird.

Eine schutzlose Lage liegt vor, wenn „das Opfer gegenüber dem Täter verminderte Verteidigungs- und Schutzmöglichkeiten hat“. Eine solche Situation kann sich z. B. aus der Abgeschiedenheit des Ortes ergeben, an dem es zur Tat kommt. Aber auch fehlende Fluchtmöglichkeiten (Verschlossene Türen etc.) können zu einer schutzlosen Lage führen. Die Tatsache, dass sich das Opfer in einer fremden Umgebung befindet oder dass eine sexuelle Annäherung überraschend erfolgt, ist alleine nicht ausreichend um von einer „schutzlosen Lage“ auszugehen. In derartigen Fällen müssten weitere Umstände hinzutreten – beispielsweise eine fehlende Hilfsmöglichkeiten für das Opfer.

Sexuelle Handlung

Der Tatvorwurf der sexuellen Nötigung läuft ins Leere, wenn es nicht zu einer sexuellen Handlung gekommen ist.

Wann eine sexuelle Handlung vorliegt, kann im Einzelfall oft schwer zu beurteilen sein und bietet damit unter Umständen Ansatzpunkte für erfolgreiche Verteidigung gegen den Tatvorwurf der sexuellen Nötigung. Der Begriff der sexuellen Handlung ist gesetzlich nicht definiert. Damit eine sexuelle Handlung vorliegt, ist erforderlich, dass die Handlung objektiv und nach allgemeinem Verständnis betrachtet sexuellen Bezug aufweist. Sexuelle Motivation ist bei einer objektiv sexuellen / sexualisierten Handlung nicht zwangsläufig erforderlich. Das Motiv des Täters wird erst nur bei Handlungen relevant, die nicht eindeutig als sexuell bewertet werden können, wie z.B. das sich Setzen auf eine andere Person. Geschieht das in sexueller Absicht, so liegt unter Umständen eine sexuelle Handlung im strafrechtlichen Sinne vor.

Außerdem darf die sexuelle Handlung nicht unerheblich sein, § 184h StGB. Die Rechtsprechung geht von einer Erheblichkeit der sexuelen Handlung aus, wenn die Handlung „nach Art, Intensität und Dauer eine sozial nicht mehr hinnehmbare Beeinträchtigung bedeutet". Bei der Beurteilung der Erheblichkeit verbietet sich eine schematische Betrachtung – es kommt immer auf den Einzelfall an. So wurde eine „Erheblichkeit der sexuellen Handlung“ etwa angenommen für ein Betasten des Geschlechtsteils, auch wenn der Körper hierbei bekleidet ist.  Auch ein gewaltsamer Zungenkuss wurde bereits als „erhebliche sexuelle Handlung“ gewertet. Für grobe Zudringlichkeiten, das Streicheln eines bekleideten Oberschenkels oder auch eine flüchtige Berührung an der Brust, gilt dies dagegen nicht.

Strafrahmen & Strafverteidigung

Wer eine sexuelle Nötigung begeht, dem droht eine Freiheitsstrafe von nicht unter einem Jahr.

Deshalb ist es deshalb dringend anzuraten, zeitnah spezialisierte Rechtsberatung im Sexualstrafrecht in Anspruch zu nehmen. Die Rechtsanwälte und Fachanwälte für Strafrecht Dr. Vincent Burgert, Eva Maria Krötz aus München und Rechtsanwalt Zenger (Ex-Staatsanwalt in Sexualstrafsachen), sind auf Sexualstrafrecht spezialisiert. Bei Bedarf – insbesondere in größeren Verfahren – bieten wir auch eine Teamverteidigung  an.

 Link zu Teamverteidigung

Strafrahmen & Strafverteidigung

Wer eine sexuelle Nötigung begeht, dem droht eine Freiheitsstrafe von nicht unter einem Jahr.

Deshalb ist es deshalb dringend anzuraten, zeitnah spezialisierte Rechtsberatung im Sexualstrafrecht in Anspruch zu nehmen. Die Rechtsanwälte und Fachanwälte für Strafrecht Dr. Vincent Burgert, Eva Maria Krötz aus München und Rechtsanwalt Zenger (Ex-Staatsanwalt in Sexualstrafsachen), sind auf Sexualstrafrecht spezialisiert. Bei Bedarf – insbesondere in größeren Verfahren – bieten wir auch eine Teamverteidigung  an.

 Link zu Teamverteidigung